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Erzählton

Erzählton

Genrebrille
Der Erzählton vermittelt die spezifische Grundstimmung und Atmosphäre einer dramatischen Einheit oder des gesamten Films. Er kann das Genre oder die Haltung des Autoren widerspiegeln.
Grundsätzlich kann man den Erzählton in die Kategorien komisch oder dramatisch unterteilen. Soll eine Szene z.B. komisch angelegt sein, werden alle filmischen Mittel (leicht) übertrieben eingesetzt und auch die Schauspieler agieren etwas „drüber“. Dadurch entsteht die „komische Distanz“, die den Zuschauer lachen statt mitfühlen lässt. Bei einer dramatisch angelegten Szene geht es dagegen darum, den Konflikt zu verdichten und Empathie für die Figuren zu wecken.
Dabei ist die Frage nach dem Erzählton keine Frage des dargestellten Inhalts: Man kann eine Szene mit dramatischem oder sogar tragischem Inhalt bewusst mit einem komischen Erzählton kontrastieren, um Comic Relief, also ein erleichterndes, befreiendes Auflachen, beim Zuschauer zu erzeugen. Oder man kann einer Figur einen Witz erzählen lassen, dabei jedoch einen dramatischen Erzählton wählen. Vor allem der Kick am Ende der Szene bietet eine gute Möglichkeit, den Erzählton noch einmal zu akzentuieren.
Geschichten werden heute meist nicht mehr durchgehend komisch oder dramatisch erzählt, sondern in vielen Fällen ist die Narration eine Mischung aus beidem – egal ob der Film das Label ‚Drama’ oder ‚Komödie’ trägt. Die tonale Einfärbung des gesamten Films setzt sich daher aus unterschiedlichen einzelnen Erzähltönen zusammen. Diese können sich prinzipiell von Szene zu Szene ändern. Innerhalb einer Storyline liegt der Schwerpunkt jedoch oft auf dem gleichen Erzählton. Das hängt damit zusammen, dass der Ton meist an die Figur gekoppelt ist. Ist eine Figur etwa komisch angelegt, so färbt sie auch den Erzählton komisch.

Further ReadingLiteraturempfehlung

Parker, Philipp: The Art and Science of Screenwriting. Bristol 2009.


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